Archive for the ‘Wochen-Tipp’ Category

Wochen-Tipp: “Dackelblick” von Frauke Scheunemann

Montag, August 30th, 2010

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Seit neun Monaten sind meine Familie und ich auch stolze Besitzer eines Hundes. Da ist man natürlich für solche Buchcover besonders empfänglich und greift ohne Zögern zu diesem Buch.

Dackelwelpe Carl - Leopold von Eschersbach ist das Ergebnis einer Affäre seiner Mutter mit einem schneidigen Terrierrüden. Nun sitzt er in der Klemme oder besser gesagt, im viel zu engen Zwinger eines Tierheims, denn für die Jagd und die Zucht ist er gänzlich ungeeignet und sein altes Herrchen wollte ihn nicht mehr.

Glücklicherweise schließt ihn Carolin am Besuchstag auf Anhieb in ihr Herz und nimmt ihn bei sich auf und gibt ihm auch einen neuen Namen: Herkules.

Als er mitbekommt, dass sein neues Frauchen in einer unglücklichen Beziehung lebt, ergreift er die Initiative. Unterstützt wird er dabei von dem Menschenkenner Herrn Beck, dem Kater vom Nachbarn. Gemeinsam nehmen er und Herr Beck die Sache in die Pfoten, um für Carolin und für ihn natürlich das richtige Herrchen zu finden. 

Etliche Missverständnisse und Hindernisse müssen überwunden werden, bis es schließlich gelingt. Diese leicht geschriebene, liebenswerte Geschichte aus Hundesicht kann ich allen, nicht nur Hundefreunden, sehr empfehlen.

Scheunemann, Frauke:
Dackelblick : Roman
München : Page & Turner, 2010
ISBN 978-3-442-20357-4

Wochentipp von Barbara Beine

Wochen-Tipp: “Rasmussens letzte Reise” von Carsten Jensen

Montag, August 23rd, 2010

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Als das Handelsschiff “Peru” 1893 nach Grönland aufbricht, hat es nur einen Passagier an Bord: den Marinemaler Carl Rasmussen. Er steht kurz vor seinem 52. Geburtstag, ist verheiratet, hat 8 Kinder und ist als Maler anerkannt, aber seine Selbstzweifel haben mit den Jahren auch zugenommen. Er leidet darunter, seine Unschuld und damit auch sein Talent verloren zu haben.  Mit seiner Kunst wollte er Brücken zwischen den Seelen schlagen, das Edle im Menschen und die Schönheit der Schöpfung zeigen, und jetzt befürchtet er, ein gewöhnlicher Freilichtmaler geworden zu sein.
Schon als Kind wollte er Maler werden, hat da schon erlebt, dass Kunst die Kraft hat, Seelen zu vereinen, und er hat sich immer geweigert, etwas Abstoßendes darzustellen: “Ich male nichts Hässliches.”
Sein künstlerischer Werdegang ist anfangs leidvoll, da er lange auf ein Stipendium warten muss. Unterstützung findet er in der starken Persönlichkeit seiner Cousine Henrietta, die an ihn glaubt und ihm hilft, seinen Weg in der Kunst zu finden. Sie hat ihn auch ermutigt zu seiner ersten Reise nach Grönland als junger Mann. Er suchte einen Ort, wo er etwas wirklich Großes malen konnte.
Auf dieser ersten Reise findet er auch, was er sucht: Er ist fasziniert von der Natur, den Farben und den dort lebenden Menschen. Jonas, ein Eskimo, der ihn auf einem Ausflug begleitet  - und von dem erzählt wird, er sei ein Schamane - wird sein ergebener Zuschauer beim Malen. In ihm findet er “diese fremde seele, die ihm in vorbehaltloser Offenheit entgegenkam und plötzlich zu einem Vertrauten wurde, weil sie beide an der Macht der Kunst teilhatten.”
Als er von seiner Reise zurückkehrt, ist Henrietta, mit der er sich vor der Abfahrt verlobt hatte, verstorben. Carl leidet unter Schuldgefühlen, weil er nicht gesehen hat, wie krank sie war und nur an sich selbst gedacht hat. Aus Pflichtgefühl heiratet er ihre jüngere Schwester Anna Egidia.
Doch zuvor geht er noch auf die für Künstler damals obligatorische Reise in den Süden, für die er, da er jetzt ein angesehener Maler ist, ein Stipendium der Kunstakademie erhält.  Dem Vergleich mit Grönland können für ihn Italien und Frankreich nicht standhalten, er ist empört über die soziale Ungerechtigkeit, die ihm in beiden Ländern ins Auge springt.
Da auch Kopenhagen nicht “sein Ort” ist, lässt er sich mit seiner Familie in Marstal auf seiner Heimatinsel nieder. Er wird berühmt, gelangt zu Wohlstand, hat eine zufriedene Familie, aber auch in Marstal vermisst er etwas Elementares, immer wieder trauert er auch Henrietta nach, immer mehr fehlt ihm bei seiner Arbeit die Inspiration. Er “hatte ein Glaubensbekenntnis in der Kirche. Und er hatte ein weiteres für sein übriges Leben. Die Abtönungen” . Er hält an den Regeln der Akademie fest, die ihn fesseln.
Die zweite Reise soll ihn zurückführen zu dem, was er dort früher in sich fand.
Doch bei der Ankunft ist wie ein Omen der Himmel, der ihm früher so ein großartiges Farbschauspiel bot, eintönig grau, bietet ihm nicht die geringste Inspiration. Er sucht nach Jonas, hört, dass der auf seine frühere Art überall auftaucht, glaubt auch manchmal seine Anwesenheit zu spüren. Seine äußere Reise führt ihn immer mehr auf die Reise zu sich selbst…
Die Zerrissenheit des Malers, seine Suche nach Wahrheit, die ihn immer wieder an seine Grenzen führt und der Blick auf das Meer und die gewaltige Natur Grönlands lassen beim Lesen einen tiefen Eindruck zurück.

Jensen, Carsten:
Rasmussens letzte Reise : Roman
München : Knaus, 2010
ISBN 978-3-8135-03331-9

Wochentipp von Brigitte Weber

Wochen-Tipp: “Gilgamesh”

Montag, August 16th, 2010

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Über 3000 Jahre alt ist das älteste Epos der Weltgeschichte, das auf 12 Tontafeln die ewigen Themen der Menschheit aufgreift: Freundschaft, Liebe, Macht , Ruhm, die Auflehnung des Menschen gegen sein Schicksal und die Suche nach Unsterblichkeit. Raoul Schrott hat es genial nachgedichtet:

Gilgamesh, König von Uruk, ist zu 2/3 göttlich, zu 1/3 menschlich - und ein Tyrann, der seine Untertanen überfordert. Um ihm Grenzen zu setzen, erschaffen die Götter aus Lehm Enkidu, der mit den Tieren der Wildnis zusammenlebt. Doch anders, als die Götter sich das vorgestellt hatten, endet der Zweikampf der beiden unentschieden; sie werden Freunde und nehmen sich ein gefährliches Unternehmen vor: In der Stadt wird Holz gebraucht zum Bau, als Feuerholz und für den Schiffsbau. Das soll geraubt werden aus den Zedernwäldern der Ishtar, die von dem Dämon Humbaba bewacht werden. Gilgamesh und Enkidu finden Humbaba und überwinden ihn, auch den Himmelsstier, der das Land verwüstet, können sie töten. Doch das ist zu viel Auflehnung gegen die Götter …

So vieles aus dem Gilgamesh-Epos findet sich wieder in den homerischen Epen, in den Geschichten des Alten Testaments und auch aus Tausendundeiner Nacht, daß man kaum verstehen kann, daß es so wenig in unserem Bewußtsein ist. Raoul Schrotts Nachdichtung ist eine aufregende Lesefassung, und gar nicht entziehen kann man sich der großartigen, wirklich unheimlichen Hörspielfassung.

Schrott, Raoul:
Gilgamesh : Epos
München: Hanser, 2001
341 S.

Hörspiel:
Gilgamesh / neue Fassung des Epos von Raoul Schrott. Bearb., Komposition und Regie: Klaus Buhlert
München: Der HörVerlag, 2006
3 CD + Booklet

Tipp von Juliane Buff

Wochentipp: ” Ein fabelhafter Lügner” von Susann Pasztor

Montag, August 9th, 2010

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Charmanter Herzensbrecher sorgt für Chaos 

Als Joschi Molnar nach einem Selbstmordversuch im Krankenhaus liegt, stürzen gleich drei Frauen an sein Bett:

Gattin und Geliebte, beide schwanger, sowie die Exfrau.

Eine peinliche Situation für Joschi, doch wie immer gelingt es dem Herzensbrecher, die Damen zu besänftigen.

Jahrzehnte später kommen die Halbgeschwister Gabor, Hannah und Marika zusammen, um ihres verstorbenen Vaters Joschi zu gedenken. Was folgt, ist ein Wochenende der Spurensuche, Überraschungen, Missverständnisse, Streitereien, aber auch der liebenswerten Albernheiten. Man fühlt sich mittendrin in dieser skurril - komischen Familie, lacht - und hat am Ende den Wunsch, das Buch mit den Worten  “Muss man lesen !” weiterzuverleihen.

Pasztor, Susann:

Ein fabelhafter Lügner

Roman

Kiepenheuer & Witsch, 2010

ISBN 978-3-462-04219-1

Tipp von: Gerda Exner 

Wochentipp: “Tagebuch eines Wombat” von Jackie French und Bruce Whatley

Montag, August 2nd, 2010

„Tagebuch eines Wombats“ ist eines der schönsten und lustigsten Bilderbücher, das ich kenne.

Ein Wombat, ein australisches Beuteltier, beschreibt auf humorvolle Art und Weise und mit sehr niedlichen Bildern illustriert seinen Tagesablauf und welche Probleme es oft mit den Menschen hat, in deren Garten es lebt. Da diese anscheinend unheimlich begriffsstutzig sind, braucht es schon eine ganze Weile, sie zu erziehen und ihnen begreiflich zu machen, was ein Wombat braucht.

 

Nicht nur Kinder werden mit diesem Buch Spaß haben, auch Erwachsene können herzlich über die Abenteuer des kleinen Australiers lachen.

 

Seit kurzem gibt es nun auch eine Fortsetzung: „Tagebuch eines Babywombat“.
Hier beschreibt jetzt der kleine Wombat seine Woche zusammen mit seiner Mutter und seinem neuen kleinen Freund, dem Menschenbaby. Sie schlafen, fressen, langweilen sich – und hinterlassen Chaos an allen Ecken und Enden.

French, Jackie ; Whatley, Bruce:
Tagebuch eines Wombat
Hildesheim : Gerstenberg, 2005
ISBN 3-8067-5096-3

Tipp von: Alexandra Eckel

Wochen-Tipp: “Wie die Madonna auf den Mond kam” von Rolf Bauerdick

Montag, Juli 26th, 2010

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Das kleine Bergdorf Baia Luna liegt in Transmontanien, und das wiederum mag irgendwo nördlich, südlich, östlich oder westlich von Rumänien liegen, oder auch mittendrin (wofür manches spricht, nicht nur der häufige Konsum von Zuika-Schnaps und Carpati-Zigaretten in unserer Geschichte, Vampire kommen allerdings nicht vor). Ganz sicher aber liegt es in den Karpaten, aber wer weiß schon genau, wo die liegen, man sollte es sich einmal auf der Landkarte ansehen. Vielleicht ist es ein Kunstgriff des Autors, denn Baia Luna ist eben ein literarischer Ort, den manche Rezensenten auch schon mit Garcia Marquez`”Macondo” verglichen haben.

In Baia Luna leben 250 Einwohner miteinander: Einheimische, Deutsche, Ungarn und Roma. Mittelpunkt des Dorfes ist der Dorfladen und die Schankstube von Ilja Botev. Die Geschichte, die vom damals 15-jährigen Enkel des Schankstubenbesitzers erzählt wird, setzt ein am 6. November 1957: Großvater Ilja und sein Freund, der Roma Dimitru, lauschen mit einem Blechtrichter am Ohr ins Weltall auf das Piepen des Sputnik. Beide sind überzeugt: Die Sowjets wollen mit der Weltraumexpedition beweisen, daß es Gott nicht gibt, weil er im Weltall nicht gefunden werden kann.
Für Pavel endet die Schulzeit abrupt, als die Lehrerin spurlos verschwindet. Kurz vorher hat sie ihm noch einen brisanten Auftrag gegeben: Als er das Foto des neuen Parteisekretärs im Klassenzimmer aufhängen muß, flüstert sie ihm zu: “Schick diesen Mann zur Hölle, vernichte ihn!” Erst nach über 30 Jahren gelingt es Pavel, den Sinn zu verstehen und auch den Zusammenhang mit anderen seltsamen Ereignissen: Das Ewige Licht in der Dorfkirche erlischt, der Dorfpfarrer wird brutal ermordet und die Madonna in der Wallfahrtskapelle auf dem Mondberg wird gestohlen.
Das “Goldene Zeitalter” des Sozialismus beginnt, die Dorfgemeinschaft gewöhnt sich an die neuen Zustände - fern von der Hauptstadt, entwickelt sich aber manches anders, als die neuen Machthaber es sich vorstellen, und die Aktionen von Geheimdienst und Parteifuntionären haben nicht immer den gewünschten Erfolg.
Daraus fabuliert Rolf Bauerdick eine bunte Geschichte in bester slawischer Erzählermanier - das Salz in der Suppe sind dabei die schrulligen Diskussionen zwischen Ilja und Dimitru, die sich ganz sicher sind, daß die Sowjets es auch auf die Gottesmutter Maria abgesehen haben. Mit ihrer ganz eigenen Logik kommen sie zu dem Schluß, daß die verschwundene Maria auf dem Mond verborgen ist - im “Mare Serenitates”, dem “Meer der Heiterkeit”, wo sonst?
Nach 30 Jahren ist der Zerfall des Sozialismus nicht mehr aufzuhalten. Die Katastrophe ist schließlich über Baia Luna hinweggegangen: Die größte Gefahr ist der Mensch, es hat viele Opfer gegeben - aber die Natur rettet sich selbst.

Ein Buch, das man wenigstens zweimal lesen kann!

Bauerdick, Rolf:
Wie die Madonna auf den Mond kam
Stuttgart: Dt. Verl.-Anst., 2009
515 S.

Tipp von Juliane Buff

Wochen-Tipp: “Die Quigleys ganz groß” von Simon Mason

Montag, Juli 19th, 2010

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Endlich gibt es neue Geschichten von den Quigleys, der etwas chaotischen aber überaus liebenswerten Familie aus England.


In vier neuen Geschichten geht es u.a. um Wills scheinbar entflohenen Wellensittich Todesschwinge der sich nach ereignisreicher Suche putzmunter im Klavier wiederfindet.

Sehr unterhaltsam auch die Geschichte vom Träumer Willi der seltsame Sachen entdeckt, als er versehentlich in der Schule eingeschlossen wird.

Der Autor beschreibt Familienalltag, wie ihn jeder kennt - mit viel Humor, Augenzwinkern und Sympathie für die handelnden Personen.
Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen und zum Selberlesen ab 8 Jahren.

An dieser Stelle möchte ich auch einmal die Übersetzerin dieses Buches würdigen. Gabriele Haefs ist preisgekrönte Übersetzerin und Autorin. Sie erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis, Sonderpreis 2008 für das Gesamtwerk ihrer kinderliterarischen Übersetzungen.

Titel: Die Quigleys ganz groß
Autor: Simon Mason
Verlag: Carlsen
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN: 978-3-551-55561-8


Wochentipp von Barbara Beine

 

Wochentipp: “Kuckuck, Krake, Kakerlake : das etwas andere Tierbuch” von Bibi Dumon Tak

Montag, Juli 12th, 2010
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Kennen Sie schon das Thermometerhuhn? Oder die Jesus-Christus-Echse? Ich hatte bis vor kurzem keine Ahnung, dass es sie gibt. Sie und noch etliche andere Tiere mit ausgefallenen Gewohnheiten stellt dieses ungewöhnliche Tierbuch vor.

Es ist oft kaum zu glauben, dass es all diese Tiere, die da beschrieben werden, wirklich gibt (bis auf das letzte, das Papierfischchen, das eine Schöpfung der Autorin zu sein scheint). Ich habe beim (Vor-)lesen viel Neues und Wunderliches erfahren und noch viel mehr gelacht, auch weil die Autorin Bibi Dumon Tak so locker und humorvoll erzählt. Man spürt, welchen Spaß sie selbst an all dem hat, worüber sie schreibt. So zieht sie amüsante Parallelen zwischen der Blauflügel-Prachtlibelle und einem Alfa-Romeo sowie dessen Fahrer. Es ist ein bisschen wie eine große Bühnenshow, bei der sich exzentrische Stars tummeln und und für die sich jemand im Hintergrund etwas besonders Lustiges und Ausgefallenes ausgedacht hätte.

Die originellen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Fleur van der Weel im Stil von Linolschnitten ergänzen und unterstreichen auf den Geist des Textes.

Ein wunderbares Buch für Kinder und Erwachsene, um zusammen über die Wunder der Natur zu staunen und sich darüber zu freuen.

Ab 10 Jahren

Tak, Bibi Dumon

Kuckuck, Krake, Kakerlake

Berlin: Berlin-Verl. 2010

978-3-8270-5282-7

Tipp von Brigitte Weber

Wochen-Tipp: DVD “Das weisse Band”

Montag, Juli 5th, 2010

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„Das weiße Band“ zeigt die Geschichte eines Dorfes in Norddeutschland zwischen 1913 und 1914.

Der ehemalige Dorflehrer einer Einklassenschule berichtet von dem Unfall des Arztes, dessen Pferd über ein gespanntes Seil vor seinem eigenen Haus gestolpert ist. Nur kurze Zeit nach dem Reitunfall des Arztes kommt eine Arbeiterin des Gutshofes ums Leben. Der wütende Sohn untersucht die Umstände des Unfalls, den er aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen dem Gutsherrn anlastet. 

Im Mittelpunkt der kleinen Gemeinschaft steht Klara, die älteste Tochter des Pfarrers. Der Pfarrer ist eine zentrale Autorität des Dorfes und beherrscht auch seine Familie. Besonders die älteren Kinder (Klara und Martin) werden bestraft. Als Zeichen des nötigen Reifeprozesses müssen die Geschwister ein weißes Band tragen, welches sie dazu anhalten soll, sich unschuldig und untadelig zu verhalten. Als der Gutsherr mit seinen Arbeitern das Erntedankfest feiert, wird sein Kohlkopffeld zerstört. Doch dies ist erst der Anfang der weiteren Schicksale. 

Noch erschreckender als die unnatürlichen Todesfälle und die dargestellten Misshandlungen sind die in diesem Film gezeigten Erziehungsmethoden sowie der herzlose Umgang der Erwachsenen untereinander und den Kindern gegenüber.

Darsteller: Christian Friedel, Ernst Benesch, Leoni Benesch

Regisseur: Michael Haneke

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Spieldauer: 138 Minuten

Tipp von Iwona Plonus

Wochentipp: “Kinder-Autokennzeichen-Lexikon” von Ingrid Peia

Montag, Juni 28th, 2010

 Kinder-Autokennzeichen-Lexikon

Die Sommerferien stehen vor der Tür und für viele Familien startet die Reise zum lang ersehnten Urlaubsort mit einer längeren Autofahrt. Ist endlich alles Gepäck verstaut und man ist auf der Autobahn, kommt vom Rücksitz: „Wie lange fahr’n wir noch?“, „Wann sind wir endlich da?“. – Diese Fragen kennt auf langen Autofahrten wohl jede Familie. Mit diesem hübsch illustrierten Buch wird die nächste längere Fahrt aber bestimmt nicht langweilig werden. Neben allen Nummernschildern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können die Kinder auch die europäischen Länderkennzeichen nachschlagen. Unter dem Namen der Stadt bzw. des Landkreises sind Einwohnerzahl, Kreisstadt und Bundesland verzeichnet. Strichlinien führen zu den entsprechenden Positionen auf den begleitenden Deutschlandkarten  in der Innenspalte. In den farbig abgesetzten Randspalten erfahren sie dann zusätzlich allerhand Spannendes und Wissenswertes über die Region: Wo kannst du riesige Dinosauriereier bestaunen? Wo steht das größte Fußballstadion Deutschlands? Gibt es auch in Deutschland Vulkane? Wem das nicht reicht, der findet auf mehren eingestreuten Doppelseiten noch nette Zahlen- und Ratespiele. Aber auch für die Pause auf dem Rastplatz finden sich Ideen für Bewegungsspiele. Viel Spaß und gute Reise!

Kinder-Autokennzeichen-Lexikon

von Ingrid Peia

Gütersloh : wissenmedia, 2009

ISBN 978-3-577-10700-6

Tipp von Petra Karst-Köster