„Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft“
sagte schon Fred Astaire, einer der bekanntesten Tänzer aller Zeiten.
Aber was ist Tanz eigentlich? Ist es „ein paar Minuten die Welt vergessen“? Oder ist es eine gesellschaftliche Verpflichtung? Eine Art zu kommunizieren oder ein religiöses Ritual?
Genau diese, aber auch unzählige andere Facetten des Tanzens beschreibt Claudia Teibler in ihrem Buch „Darf ich bitten“.
Sie nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte des Tanzes und somit auch der Menschheit.
Bei den frühen Steinzeitmenschen gehörten Tanzrituale zum täglichen Leben, sei es bei der Geburt eines Kindes, zu Ehren einer gelungenen Jagd oder einfach zum Erzählen einer Geschichte.
Eines der frühesten Werke zum Thema, „Über die Tanzkunst“, stammt vom Schriftsteller Lukian von Samosota, um ca. 150 n. Chr. Er schreibt:
„In tausend anderen Gelegenheiten scheint nur eine Hälfte des Menschen, entweder die Seele oder nur der Körper, geschäftig zu sein. Im Tanz fließt gleichsam die Wirkung von beiden ineinander, jeder Gedanke ist Gebärde, jede Gebärde ist Gedanke.“
Im Mittelalter dann war es für das niedere Volk eine der wenigen Gelegenheiten für ausgelassenes Beisammensein, gleichzeitig entwickelte sich bei den höheren Ständen eine der zentralen Aufgaben, die Gesellschaftstanz bis heute erfüllt: Selbstdarstellung und Zurschaustellung von Macht und Ansehen.
Erst im 18. Jahrhundert wandelte sich der bis dahin verbreitete Reigen- oder Volkstanz zum Paartanz, wie wir ihn heute kennen: der Walzer war geboren und damit ein Ausbrechen aus der Sitten- und Moralstrenge der damaligen Zeit mit Hilfe des Tanzens.
Diese Geschichte des Tanzes zieht sich weiter über Charleston und Ragtime, Twist und Rock ’n’ Roll, aber auch die Bedeutung für Mode, Literatur, Film und vieles mehr werden erklärt.
Zu guter Letzt werden einige bekannte Tänzer vorgestellt, unter anderem Fred Astaire, dessen Steppschritte mit Ginger Rogers wohl für immer unvergessen bleiben.
Wen also nun die Lust am Rhythmus gepackt hat, sollte sich dieses Buch besorgen, und am besten gleich anschließend in die nächste Tanzschule oder Disco fahren.
Denn
„Tanz ist die Kunst, die die Seele des Menschen am meisten bewegt.”
Plato
Teibler, Claudia:
Darf ich bitten
München : Sandmann, 2009
ISBN 978-3-938045-38-1
Tipp von: Alexandra Eckel