Wochentipp: “Dewey und ich” von Vicki Myron
Montag, Januar 25th, 2010
An einem Januarmorgen am kältesten Tag des Jahres 1988 findet die Stadtbibliotheksleiterin von Spencer (Iowa), Vicki Myron, im Buchrückgabekasten einen kleinen, halberfrorenen Kater.
Dieser wird von den Mitarbeiterinnen der Bibliothek sofort adoptiert und auf den Namen Dewey getauft, nach Melvil Dewey, dem Erfinder der Dewey-Dezimalklassifikation, einem System zur Einordnung von Büchern in Bibliotheken.
Dewey entwickelte sich durch seinen offenen und freundlichen Charakter schnell zum Maskottchen von ganz Spencer.
Er hatte eine eher katzen-untypische Art, auf Menschen zuzugehen und schaffte es nicht nur, kleine Kinder zu trösten oder sich mit Erwachsenen anzufreunden, sondern er veränderte auch das Selbstbild der Menschen.
Bedingt durch die wirtschaftlichen Probleme in Iowa brachen auch für Spencer schwierige Zeiten an, doch durch Dewey fassten die Menschen wieder Mut, wurde die Bibliothek zu einem Treff- und Anlaufpunkt für alle. Er wurde für die Einwohner das Symbol dafür, dass man selbst in einer ausweglosen Situation noch kämpfen muss und etwas erreichen kann. Denn schließlich schaffte er es, aus einer kalten Metallkiste zu einer internationalen Berühmtheit aufzusteigen.
Durch verschiedene Dokumentationen, Zeitschriften und das Internet gibt es selbst nach seinem Tod im Jahr 2006 weltweit eine riesige Dewey-Fangemeinde.
Vicki Myron erzählt in ihrem Buch eine wahre Geschichte über eine Bibliothekskatze, aber sie liefert auch ein gutes Bild der Geschichte Iowas und ihrer eigenen familiären Situation.
Ich selbst konnte das Buch nicht aus der Hand legen und war fasziniert von den teils lustigen, teils traurigen und berührenden Anekdoten rund um diesen kleinen roten Kater.
Myron, Vicki:
Dewey und ich.
München : Page & Turner, 2008.
Tipp von: Alexandra Eckel
